Figma übertraf im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2025 die Erwartungen der von der London Stock Exchange Group (LSEG) befragten Analysten in allen wichtigen Kennzahlen. Nach offiziellen Angaben belief sich der Umsatz auf 303,8 Millionen US-Dollar, was einem beeindruckenden Anstieg von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Obwohl das Unternehmen einen Nettoverlust von 226,6 Millionen US-Dollar meldete, konzentrierten sich die Anleger auf das robuste Wachstum und die außergewöhnlich ambitionierten Aussichten für 2026. Figma prognostiziert einen Jahresumsatz von bis zu 1,37 Milliarden US-Dollar und übertrifft damit die ursprünglichen Schätzungen deutlich. Die Reaktion des Marktes im nachbörslichen Handel ließ nicht lange auf sich warten – der Aktienkurs stieg um 15 Prozent und legte damit möglicherweise den Grundstein für einen neuen Wachstumstrend, der die seit Beginn des öffentlichen Handels mit Figma-Aktien entstandenen Verluste ausgleichen könnte.*

Entwicklung des Aktienkurses von Figma seit dem Börsengang. Quelle: tradingview.com
Künstliche Intelligenz
Die Unternehmensleitung setzt ihre Hoffnungen für eine Wiederbelebung in erster Linie auf die erfolgreiche Implementierung künstlicher Intelligenz durch das Tool Figma Make. Dieser Assistent, der Modelle von führenden Anbietern wie Google und Anthropic nutzt, ermöglicht es Benutzern, direkt aus Textvorgaben funktionale Prototypen von Anwendungen und Websites zu generieren. Aus Investitionssicht ist es entscheidend, dass sich die Popularität dieser Lösung auch in den Fundamentaldaten widerspiegelt – die Zahl der wöchentlich aktiven Nutzer von KI-Tools stieg im Vergleich zum Vorquartal um 70 Prozent. Letztendlich ist jedoch die geplante Monetarisierung weitaus wichtiger. Ab März wird Figma ein System von KI-Credits und nutzungsbasierten Preisen einführen, das das hohe Nutzerinteresse in nachhaltige Umsätze umwandeln und gleichzeitig eine hohe Bruttomarge von 86 Prozent aufrechterhalten soll.
Kundenbindung in einem wettbewerbsintensiven Umfeld
Eines der stärksten Argumente für den langfristigen Erfolg von Figma ist zudem die Fähigkeit, Großkunden zu binden und sie zu höheren Ausgaben zu motivieren. Die Net Dollar Retention (NDR)-Kennzahl bei Kunden mit einem Jahresumsatz von über 10.000 USD stieg auf 136 %. In der Praxis bedeutet dies, dass dieselbe Gruppe von Unternehmen in diesem Jahr 36 % mehr Geld ausgegeben hat als im Vorjahr. Laut CNBC expandiert Figma auch erfolgreich über seine traditionelle Designer-Community hinaus und wird dank einer strategischen Partnerschaft mit ServiceNow zu einem wichtigen Werkzeug für Produktmanager in großen Unternehmen.
Wie geht es weiter?
Obwohl Dylan Field zugibt, dass der Markt mit Konkurrenz gesättigt ist, zeigt Figma, dass es auch in diesem Umfeld seinen Weg zu den Kunden finden kann. Die strategische Ausrichtung auf kostenpflichtige KI-Funktionen und die Erweiterung der Zielgruppe deuten ebenfalls darauf hin, dass Figma nicht mehr nur eine einfache Zeichenfläche ist, sondern ein umfassendes Betriebssystem für digitale Kreationen. In naher Zukunft wird es daher entscheidend sein, ob es dem Unternehmen gelingt, sein starkes Produkt und seine klare Strategie im Bereich der künstlichen Intelligenz zu nutzen und damit die Buchverluste und die skeptische Marktstimmung zu überwinden.[1]
*Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Solche Aussagen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Sie beinhalten Risiken und andere Unsicherheiten, die schwer vorherzusagen sind. Die Ergebnisse können erheblich von den in zukunftsgerichteten Aussagen ausgedrückten oder implizierten Ergebnissen abweichen.